| Es war ein Typreferententreffen der besonderen Art dort in den Hallen der BASF Coatings GmbH am 30.03.2012. Ungefähr 30 Typreferenten der Alt-Opel IG haben den Weg nach Münster-Hiltrup gefunden. |
| Meine Anreise erfolgte am Vorabend der Veranstaltung in das Hotel Ambiente direkt in der Nähe des Werkes. Ich hatte die Hoffnung, dort Clubkollegen zu treffen, doch Irrtum: Ich war der einzige von uns, der am 29.03. abends dort nächtigte. Aber Alt-Opelaner sind sehr flexibel – der spontane, unangemeldete Besuch bei meinem Cousin in Hiltrup war auch nicht schlecht. |
Der Beginn der Veranstaltung war individuell. Ab 9:00 Uhr war eine Werksführung angesetzt. Als Alternative konnte man bis 11:00 Uhr zur Hauptver-
anstaltung anreisen. |
In beiden Fällen war es für diejenigen, die mit einem Old- oder Youngtimer kamen, möglich, direkt auf das Werksgelände zu fahren und das Fahrzeug vor dem Veran-
staltungsgebäude RCC (Refinish Competence Center) zu parken. Von dieser Möglichkeit machten 8 Alt-Opelaner Gebrauch. |
| Die Adam Opel AG war mit Ampera, Manta B, Monza A1, Admiral B, Moonlight-Roadster und der CD Studie angereist. |
Bei der Einfahrt informierte eine kleine Broschüre über die wichtigen Sicherheits-
vorkehrungen auf dem Werksgelände. Hinweise auf explosionsfähige Atmosphäre und die Vorschrift, in einigen Bereichen elektrostatische Ableitstreifen am festen Schuhwerk zu tragen, zeigten schon, wo wir waren. So mussten elektronische Geräte wie Mobiltelefone außerhalb des Veranstaltungsraumes ausgeschaltet werden. |
| Gegen 10:45 Uhr fanden sich alle Teilnehmer zur Begrüßung durch Jürgen Book und Wolfgang Scholz ein. Jürgen Book ist Leiter des Customer Service von Glasurit. Wolfgang Scholz ist uns ja bereits als Leiter von Opel-Classic gut bekannt. |
| Glasurit besteht seit 1888 und wurde von Max Winkelmann in Hamburg gegründet. Bereits 1898 wurde Glasurit (glasurartiger Schutz) als Marke eingetragen. Seit 1925 |
|
| ist der Papagei das eingetragene und geschützte Markenzeichen. 1965 wurde Glasurit von der BASF AG übernommen und so wird die Grundlage für die globale Vermarktung von Farbe unter dem Zeichen des Papageis gelegt. |
| Der erste Vortrag zum Thema Farbe beschäftigte sich mit der „Bedeutung des Farbtons im Automobildesignbereich“. Zu diesem Thema referierte George Gallion, ehemaliger Designer bei Opel. Beispielhaft für das Schaffen von George Gallion war das ausgestellte Coupé Diplomat CD in rot. Der Wagen wurde bei Glasurit neu lackiert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. |
| George Gallion erklärte, warum die Farbe wichtiger Bestandteil des Designs ist. Unter seiner Mitwirkung sind Stilikonen wie der GT und der Manta bis hin zum Signum entstanden. |
| Das nächste Thema, von Jürgen Book dargelegt, war: „Wie wir (Opel-Classic, die Opel Clubs und Glasurit) die historischen Farbtoninformationen gefunden und zusammengestellt haben“. Das Projekt startete am 1.4.2009 endete mit dem Treffen am 30.3.2012 in Münster. |
| Mehrere Ordner aus Kaiserslautern mit allen Farbtönen seit 1968 wurden zusammen-getragen. Dazu kamen weitere Tonvorlagen, die unter anderem auch durch einen Aufruf im Zuverlässigen gefunden wurden. Alle Informationen, auch die von der Alt-Opel IG gesammelten, wurden ausgewertet, in der Datenbank eingepflegt und Farbtonlösungen (Lackmischformeln) zugeordnet. Es wurde auch eine Zuordnung der Modelle zu den Produktjahren hergestellt. |
| Die Beschäftigung mit diesem Thema ist zwar schon weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Speziell bei Farben vor 1968 gibt es noch Lücken. Je älter die Fahrzeuge werden, je größer sind die Lücken noch. Hier sind wir alle gefordert, die Augen nach entsprechenden Informationen zu den Farben aufzuhalten. |
| Marius Brune (Classic Data) behandelte ein weiteres Thema des Tages, den Werterhalt eines Fahrzeuges durch professionelle Lackierung. Was eine Verkaufslackierung von einer werterhaltenden Lackierung |
|
unterscheidet, dürfte hinreichend bekannt sein. Marius Brune stellte anhand von Beispielen die Unterschiede von Originallack, Erhalt von Originallack (sanfte Restaurierung), Neulackierung, Teillack-
ierung und ihren Einfluss auf den Werterhalt historischer Fahrzeuge dar. Dabei ist auf jeden Fall gut erhaltener Originallack, selbst wenn Patina vorhanden ist, höher zu bewerten als eine Neulackierung. |
| Nach der Mittagspause ging es auf die Marktplätze - nein wir waren nicht einkaufen sondern haben uns in farbenfrohe Gruppen namens luganogrün, monzablau, CD-rot und saharagelb eingeteilt, um die angebotenen Workshops zu besuchen. |
| Es gab eine Life-Demo zur Beilackierung, jeweils anhand eines hinteren Seitenteils von Monza A1 und Admiral B. |
| Die Life-Demo Kleinstschadenreparatur (Spot-Repair) wurde am Moonlight-Roadster aus der Opel Werkssammlung demonstriert. Über Spot-Repair wird gesprochen, wenn die Schadensgröße max. dem Durchmesser einer 2€ Münze entspricht. Alle notwendigen Arbeitsschritte wurden uns gezeigt und dazu aufkommende Fragen umfassend beantwortet. Niemand von uns ist dadurch zum Lackierer geworden, aber das Verständnis für das Handwerk ist mit Sicherheit gestiegen. |
| Die meisten Diskussionen entstanden im Color-Labor, wo es um Farbtonfindung und moderne Farbtoninformationssysteme ging. Unzählige Farbmusterkarten, ein modernes Analysegerät und die Verknüpfung mit einer Datenbank sind die Basis für die meistens erfolgreiche Farbtonfindung. An praktischen Beispielen wurde uns demonstriert, wie schwierig das Finden einer Farbe anhand eines Musters ist, speziell wenn es sich um silber-metallicfarbene Derivate handelt. |
| Natürlich durfte in den Workshops auch die Theorie nicht fehlen. Der Aufbau der Lacke und der Wandel im letzten Jahrhundert war Thema des Marktplatzes Lacktechnik – die Technologiefrage. Anfang des 20. Jahrhunderts ging es los mit Nitro-Cellulose Lacken, weiter mit Alkyd-Kunstharzlacken, thermoplastische Acryllacken und Polyurethanbeschichtungen bis hin zu den Zweischicht-Metalliclacken. |
|